Meile & Matte

Das Meditationskissen

Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit · Meditation

Wer länger als ein paar Minuten auf dem Boden sitzt, merkt schnell, wie wichtig die Unterlage ist. Ein Meditationskissen hebt das Becken an und macht eine aufrechte Haltung ohne Anstrengung möglich.

Rundes schwarzes Meditationskissen (Zafu) auf einer Matte
Foto: Kstigarbha (Public domain), Wikimedia Commons

Warum ein Kissen

Im Schneidersitz direkt auf dem Boden kippt bei den meisten Menschen das Becken nach hinten. Der Rücken wird rund, die Knie stehen hoch. Ein Kissen hebt das Becken so weit an, dass die Knie tiefer liegen als die Hüfte. Dann richtet sich die Wirbelsäule fast von selbst auf.

Formen

FormBeschreibungGeeignet für
Zafurund, mit Falten am RandSchneidersitz, burmesischer Sitz, halber Lotus
Halbmondgebogen, vorne flacherMenschen mit langen Oberschenkeln
Kissen rechteckigflach, oft als ErgänzungFersensitz, Unterlage
Zabutongroße flache MattePolster unter Knien und Knöcheln
Bänkchenkleine HolzbankFersensitz ohne Druck auf die Knöchel

Das Zafu stammt aus der Zen-Tradition und ist die bekannteste Form.

Füllungen

  • Dinkelspelz oder Buchweizenschalen: passen sich der Form an, geben festen Halt, sind schwer.
  • Kapok: Pflanzenfaser, weicher und leichter, gibt mehr nach.
  • Schaumstoff: selten bei hochwertigen Kissen, wird mit der Zeit flach.

Bei Kissen mit Spelzfüllung lässt sich oft ein Reißverschluss öffnen, um Füllung herauszunehmen oder nachzufüllen. So kann die Höhe angepasst werden.

Die richtige Höhe

Die Höhe hängt von Beweglichkeit und Körperbau ab. Faustregel: Die Knie sollten im Sitz den Boden berühren oder zumindest tiefer liegen als die Hüftknochen. Menschen mit steifen Hüften, zum Beispiel viele Läufer, brauchen oft ein höheres Kissen. Wer die Knie nicht absenken kann, legt kleine Kissen darunter.

Bezug und Pflege

Abnehmbare Bezüge aus Baumwolle lassen sich waschen. Die Füllung selbst wird nicht gewaschen, Spelz kann aber in der Sonne gelüftet werden. Gute Kissen halten viele Jahre.

Für Läufer

Läufer haben oft verkürzte Hüftbeuger und eine eingeschränkte Außenrotation der Hüfte. Ein hohes Kissen, ein Bänkchen oder schlicht ein Stuhl sind für sie oft die bessere Wahl als der Versuch, tief am Boden zu sitzen. Warum der Lotussitz für steife Hüften problematisch sein kann, steht im eigenen Beitrag. Ein Einstieg in die Praxis findet sich unter Tipps für Meditation.

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