Meile & Matte

Der Lotussitz (Padmasana)

Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit · Asanas

Der Lotussitz ist die bekannteste Sitzhaltung des Yoga und auf unzähligen Bildern zu sehen. Für viele Menschen mit westlicher Sitzgewohnheit ist er schwer erreichbar, und erzwungen kann er den Knien schaden.

einatmenausatmenAtem führt die Bewegung

Was der Lotussitz ist

Im Lotussitz, auf Sanskrit Padmasana, liegen beide Füße auf dem jeweils gegenüberliegenden Oberschenkel, die Fußsohlen zeigen nach oben. Die Knie ruhen am Boden. In der Tradition gilt er als stabile Sitzhaltung für lange Meditation und Atemübungen. Im halben Lotus (Ardha Padmasana) liegt nur ein Fuß auf dem Oberschenkel, der andere unter dem gegenüberliegenden Bein.

Was der Lotus braucht

Die Bewegung muss aus der Hüfte kommen. Das Hüftgelenk muss weit nach außen rotieren können, damit der Fuß auf den Oberschenkel gelangt, ohne dass das Knie verdreht wird. Fehlt diese Beweglichkeit, weicht der Körper ins Knie aus. Das Kniegelenk ist für Rotation unter Last nicht gebaut, Verletzungen des Meniskus sind möglich.

Vorübungen

  • Schmetterling: Im Sitzen die Fußsohlen zusammen, Knie fallen zur Seite.
  • Liegende Taube: öffnet die äußere Hüfte ohne Last auf dem Knie, beschrieben unter Taube.
  • Feuerholz-Haltung: Schienbeine übereinander gestapelt im Sitzen, eine intensivere Außenrotation.
  • Halber Lotus im Liegen: Ein Fuß auf dem Oberschenkel, während man auf dem Rücken liegt, ohne Belastung.

Anleitung (halber Lotus)

  1. Im Sitzen beide Beine ausstrecken.
  2. Das rechte Knie beugen und das Bein von der Hüfte aus nach außen drehen, das Schienbein mit beiden Händen tragen.
  3. Den rechten Fuß hoch in die linke Leiste legen, Fußsohle nach oben.
  4. Das linke Bein beugen und den Fuß unter das rechte Knie legen.
  5. Aufrecht sitzen, eventuell auf einem Kissen.

Nur wer den halben Lotus beidseitig bequem halten kann, sollte den vollen Lotus versuchen.

Bequeme Alternativen

Für die Meditation ist der Lotussitz nicht notwendig. Gleichwertige Möglichkeiten:

  • Schneidersitz auf einem erhöhten Kissen
  • Burmesischer Sitz: beide Unterschenkel liegen voreinander am Boden
  • Fersensitz mit einem Bänkchen oder Kissen zwischen den Beinen
  • Sitzen auf einem Stuhl mit aufrechtem Rücken

Wie ein passendes Kissen aussieht, steht unter Meditationskissen.

Für Läufer

Läufer haben oft wenig Außenrotation in der Hüfte. Der Lotussitz ist für sie meist keine gute Wahl. Sinnvoller sind Hüftöffner, die ohne Knielast auskommen, und ein Sitz, der lange Meditation bequem macht. Die Hinweise in Verletzungsprävention gelten auf der Matte genauso wie auf der Strecke.

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