Meile & Matte

Runner’s High und Ruhe auf der Matte

Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit · Laufen

Das Runner’s High ist eines der bekanntesten Phänomene im Ausdauersport. Die Ruhe nach einer Yogastunde fühlt sich anders an. Beide Zustände haben ihren Platz.

0123456789101112Streckenprofil, 12 km (schematisch)

Was das Runner’s High ist

Viele Läufer beschreiben nach längerer Belastung einen Zustand von Leichtigkeit, Glück und verringertem Schmerzempfinden. Nicht alle erleben ihn, und nicht bei jedem Lauf. Meist tritt er bei längeren Läufen in mittlerem Tempo auf.

Lange wurden Endorphine als Ursache vermutet, körpereigene Opioide, die bei Belastung ausgeschüttet werden. Neuere Forschung, unter anderem Versuche an Mäusen, legt nahe, dass Endocannabinoide eine wichtige Rolle spielen. Das sind körpereigene Botenstoffe, die im Gegensatz zu Endorphinen die Blut-Hirn-Schranke gut überwinden können. Geklärt ist die Frage noch nicht vollständig, vermutlich wirken mehrere Systeme zusammen.

Die Ruhe nach dem Yoga

Nach einer Yogastunde berichten viele von einem anderen Zustand: ruhig, klar, entspannt. Kein Rausch, eher ein Gefühl von Ausgeglichenheit. Ein Teil davon wird mit der Aktivierung des Teils des Nervensystems erklärt, der für Erholung zuständig ist. Langsames Atmen, gehaltene Haltungen und die abschließende Entspannung tragen dazu bei.

Zwei Wege, ein Ziel

Runner’s HighRuhe nach Yoga
Auslöserlängere, gleichmäßige BelastungAtem, Haltungen, Entspannung
GefühlLeichtigkeit, EuphorieAusgeglichenheit, Klarheit
Verlässlichkeitstellt sich nicht immer eintritt bei vielen regelmäßig auf
Danachoft Müdigkeitoft Erholung

Warum beides zusammenpasst

Das Runner’s High ist ein Geschenk, auf das man nicht zählen sollte. Wer nur deshalb läuft, wird oft enttäuscht. Die Ruhe nach dem Yoga ist verlässlicher, aber weniger spektakulär. Zusammen bilden sie eine gute Balance: Aktivierung und Erholung, Anstrengung und Loslassen.

Im Zen-Buddhismus gibt es übrigens die Gehmeditation (Kinhin) zwischen den Sitzperioden. Die Idee, dass Bewegung und Stille sich ergänzen, ist also nicht neu.

Wenn Laufen zur Sucht wird

Es gibt Menschen, die ohne Laufen unruhig und gereizt werden und trotz Verletzungen weitertrainieren. Fachleute sprechen dann von Sportsucht. Sie ist selten, aber real. Yoga kann ein Gegengewicht bieten, weil es eine andere Beziehung zum Körper übt: wahrnehmen statt antreiben. Bei ernsthaften Problemen ist professionelle Hilfe der richtige Weg.

Ausprobieren

Lauf einen langen, ruhigen Lauf und beobachte, wie sich die Stimmung verändert. Am nächsten Tag eine ruhige Yogaeinheit mit langer Shavasana. Achte darauf, wie sich die beiden Zustände unterscheiden. Wer die Erfahrung vertiefen will, findet unter achtsame Meilen Übungen, die beides verbinden.

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