Meile & Matte

Schnelles Training und langsamer Fluss

Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit · Laufen

Harte Einheiten und ruhige Yogapraxis schließen sich nicht aus. Es kommt auf die Reihenfolge an. Diese Routine zeigt, wie beides in eine Woche passt, ohne dass das eine das andere ausbremst.

012345678Streckenprofil, 8 km (schematisch)

Zwei Gegensätze, ein Ziel

Tempotraining arbeitet mit hoher Intensität, Yoga eher mit Ruhe und Kontrolle. Beides zusammen ergibt ein stimmiges Training, wenn man die Belastungen nicht übereinanderstapelt. Grob gilt: Je härter der Lauf, desto sanfter das Yoga am selben Tag.

Vor dem Intervalltraining

Vor einer harten Einheit ist ein kurzer, dynamischer Teil sinnvoll: fünf Minuten nach dem Einlaufen, mit Bewegungen statt Halten. Gut passen Beinpendel vor und zurück, Ausfallschritte mit Drehung, ein bis zwei langsame Sonnengrüße und Hüftkreisen. Lange Vorbeugen und tiefe Hüftöffner stehen erst später auf dem Plan. Der Beitrag über Hügelsprints zeigt, wie so ein Aufwärmen in der Praxis aussieht.

Direkt danach

Nach Intervallen ist der Körper müde, die Muskeln sind warm und oft etwas verkrampft. Jetzt helfen ruhige Positionen, in denen du locker lässt, statt zu ziehen:

  • Beine an der Wand, zwei bis drei Minuten
  • Kindhaltung mit breiten Knien
  • liegende Drehung
  • leichtes Nadelöhr für die Hüfte

Kräftige Dehnungen bis an die Schmerzgrenze sind nach intensiven Einheiten nicht hilfreich. Die Muskulatur hat gerade viel gearbeitet, kleine Schäden in den Fasern sind normal. Sanftes Lösen reicht.

Am Tag danach

Hier ist der beste Platz für eine längere, ruhige Praxis. 20 bis 30 Minuten mit Fokus auf Hüfte, Oberschenkelrückseite und Waden lockern das, was vom Vortag noch fest ist. Der Yogafluss für Läufer in langsamer Ausführung eignet sich gut, ebenso eine Einheit mit langen Haltezeiten im Liegen.

Beispielwoche

TagLaufenMatte
Montagfrei20 Minuten ruhiger Fluss
DienstagIntervalle5 Minuten dynamisch davor, 10 Minuten Lösen danach
Mittwochlocker 40 Minuten30 Minuten längere Praxis
Donnerstaglocker mit SteigerungenRumpfkraft, 15 Minuten
FreitagfreiBalance und Füße, 15 Minuten
Samstaglanger Lauf10 Minuten Lösen am Abend
Sonntaglocker oder freiYoga Nidra oder Meditation

Was stört

Power Yoga oder sehr warme Räume direkt vor einem Tempotraining machen die Beine schwer. Lange Kraftsequenzen mit vielen Chaturangas am Tag vor einem Wettkampf ebenso. Wer gern intensive Yogastunden besucht, legt sie auf Tage mit lockerem oder keinem Lauf. Auch das andere Extrem gibt es: Wer nach einem langen Lauf noch eine Stunde dynamisches Yoga macht, verlängert die Belastung, statt sich zu erholen.

Langsam ist auch Training

Der langsame Fluss fühlt sich nicht nach Leistung an, er ist aber Teil davon. Beweglichkeit, Körperwahrnehmung und Entspannung bestimmen mit, wie gut du die schnellen Einheiten verkraftest. Wer Woche für Woche konsequent auf der Matte bleibt, kann die harten Tage besser nutzen.

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